Mein Leben mit dem Motorrad
von Markus "Chnoche" Christen
Ein paar Monate nach meinem 18. Geburtstag, habe ich die Autoprüfung bestanden.
Motorräder kannte ich nur so vom Hörensagen. Aber knapp zwei Jahre später überredeten
mich meine Freunde doch mal auf Zweiräder umzusteigen. Es gab dann einen Honda MTX 125,
mit dem ich zwei Jahre herumgondelte!
Als dann die Zeit kam, auf grössere Maschinen umzusteigen, hat es mir ein schneller
Strassenflitzer angetan. Mit der Yamaha FZR1000 habe ich erfolgreich die grosse
Motorradprüfung bestanden. Mit dem Ofen ging es dann auf die Rennstrecken Europas, wo ich
mal ordentlich Gas geben konnte. Monza hat es mir dabei besonders angetan.
Aber so Strassenrennen kosten recht Geld. Auch haben viele Kollegen auf Enduro
umgestellt, was im Detail bedeutete, dass der Sonntagmorgen Ausflug immer mehr in den
Schotter ging. Auch das nahm meine FZR hart mit, so dass ich beschloss, eine Enduro zu
zulegen.
Ich habe mir dann eine Ténéré gekauft und zum Testen ging es mit
Möris
nach Tunesien. Da ist bei mir auch der Africavirus ausgebrochen, welcher mein zukünftiges
Leben beeinflusste. Denn die schwere Ténéré wurde gegen eine leicht Suzuki DR350
eingetauscht. Natürlich wurde auch Suzuki in Africa getestet.
So nebenbei drückte auch das Rennfieber durch, und so kam mein bester Kumpel und ich
zum Seitenwagencross. Wir haben uns einen VMC-Yamaha gekauft. Und wie überall, ist aller
Anfang schwer und die erste Saison endete mit einer Kreuzbandverletzung. In der nächsten
Saison wollten wir alles besser machen. Aber es kam wie es kommen musste, das Rennen in
St. Diè war ein Wendepunkt in meiner Sidecarcross Karriere. Da habe ich mein Sprunggelenk
gebrochen. Wir haben dann den Seitenwagen verkauft und wollten die Crosskarriere an den
Nagel hängen.
Nun begann meine Kawasaki-Phase. Ich kaufte mir eine KLX 650C und es ging wieder nach
Africa. Ich fuhr meinen ersten Raid de l`amitiè in Marokko. Das C-Model stellte sich als
nicht besonders Gelände tauglich heraus, trotzdem schaute am Schluss ein 21. Platz von
über 300 Teilnehmer heraus.
Auch der Seitenwagenvirus meldete sich wieder, es gab einen VMC-Kawasaki (Bild). Mit dem Gespann wollten wir ein paar SAM-Rennen und
vor allem lizenzfreie Rennen fahren. Aber die Unfallhexe, meldete sich wieder. Diesmal
traf es aber meinen Passagier, er kam mit einem Unterarmbruch davon. Ab da fuhren wir
keine Lizenzrennen mehr.
Es gab in diesem Jahr auch noch einen anderen Kawasaki als Renngerät. Denn für den
Raid de l`amitiè musste noch eine R-Version aus der KLX 650 Serie umgebaut werden. Es war
zwar mein schlechtester Raid, denn ich nahm mit der Maschine ein Vollbad. Was ein paar
Tage später ein Lagerschaden hervor gerufen hat. Das warf mich in der Rangliste weit
zurück. Doch im Herbst an der Dahar-Rallye, holte ich alles wieder nach. Denn zum Schluss
schaute der Gesamtsieg heraus.
Auch bei den lizenzfreien Seitenwagenrennen schauten ein paar vordere Plätze heraus.
Im folgenden Jahr habe ich beschlossen, mit dem Auto als Co-Pilot am Raid de l`amitiè
teilzunehmen. Wir waren fast erfolgreich, denn nach der letzten Etappe, waren wir auf dem
ersten Platz des Gesamtklassement. Dies änderte sich aber schnell, denn wir wurden
disqualifiziert. Wir hatten noch unsere GPS-Halterung im Auto und GPS waren in diesem Jahr
noch nicht zugelassen.
Und wieder kam eine grosse Wende, denn ich tauschte meine Kawasakis gegen eine KTM 300
und eine KTM 620 Rallye (Bild) ein. Die Rallye wurde gleich
wieder in Africa getestet. Die Rallye bewährte sich auch im folgenden Jahr wieder beim
Raid de l`amitiè als ich trotz Krankheit den 11. Schlussrang belegte.
Das nächste grosse Projekt ist eine Africa-Rallye,
die ich versuche zu organisieren. Damit sind auch wieder einige Erkundungsfahrten auf
diesem Kontinent nötig.
Seit einigen Jahren bin ich auch bei der Organisation des Offroad-Trainings in Alikon mit dabei. Ich hoffe aber,
dass ich doch noch einmal an einer grossen Rallye teilnehmen werde und noch lange
unfallfrei Motorradfahren kann.
Markus "Chnoche" Christen, November 1999